Muses of Flavour

Die Pizza Margherita ist nach einer italienischen Königin benannt und der Koch extraordinaire
Auguste Escoffier kreierte den Melba-Toast für eine Opernsängerin. Gerichte, die von Frauen
inspiriert sind, findet man überall. All sides of her – eine Ode an die kulinarischen Klassiker.

Anna Pavlova

Die berühmte russische Ballerina Anna Pavlova war eine lebende Legende, die zu ihrer Zeit weltberühmt war. Aber neben ihrer legendären Darstellung des sterbenden Schwans – einer
Choreografie, die übrigens extra für sie kreiert wurde – lieferte sie auch die Inspiration für das luftig-süße Dessert Pavlova. Ihre anmutige, federleichte Ballettkunst inspirierte den australischen
Koch Herbert Sachse im Jahr 1935 im Esplanade Hotel in Perth zu einem Rezept, das sowohl leicht (ein Boden aus Baiser – luftig geschlagenes Eiweiß), ausdrucksstark (farbenfrohe rote Früchte wie Johannisbeeren und Himbeeren) als auch verträumt ist (eine wolkige, wogende Schicht aus geschlagener Sahne).

  1. Den Backofen auf 140 °C vorheizen.
  2. Das Eiweiß mit einem Handrührgerät oder einer Küchenmaschine schlagen. Wichtig: Ziel ist es, so viel Luft wie möglich unterzumischen, den Mixer also auf voller Leistung laufen lassen.
  3. Achtung: Sobald das Eiweiß eine wolkige Konsistenz annimmt, den Zucker (während der Mixer läuft) löffelweise hinzufügen. Schlagen, bis das Eiweiß ganz steif ist. Zum Testen einfach einen Löffel über den Kopf halten. Wenn das Eiweiß an Ort und Stelle bleibt, ist es gut. Für den Marshmallow-Effekt im Baiser vorsichtig Maisstärke und Weißweinessig mit einem Teigschaber
    unter das Eiweiß heben.
  4. Die Masse mit einem Teigschaber auf den Kreis aus Backpapier verteilen. Von innen nach außen arbeiten, damit sich ein Rand bildet und das Ganze eine Schale ergibt.
  5. Das Baiser in den Ofen schieben und die Temperatur sofort auf 130 °C senken. Das Baiser eine Stunde lang trocken
    backen. Den Ofen ausschalten und 2 bis 3 Stunden im geschlossenen Ofen abkühlen
    lassen
  6. Die Schlagsahne steif schlagen und das Baiser damit füllen. Mit Obst belegen.

Dame Nellie Melba

Auf dem australischen 100-Dollar-Schein ist das Gesicht von Dame Nellie Melba abgebildet, einer Sopranistin, die für ihre besonders wandlungsfähige, leichte Stimme mit einem hohen Tonumfang von bis zu drei Oktaven bekannt wurde.

Pêche Melba ist ein farbenfrohes Gericht, dank der gelb-roten Farbe des Pfirsichs, der mit einer leuchtend rosa Himbeersauce übergossen wird. Zusammen mit dem cremigen Vanilleeis versteht man die Inspiration durch eine Opernsängerin nur zu gut.

‘The first rule in opera is

the first rule in life: see to

everything yourself

DAME NELLIE MELBA

Sonia Rykiel

Während ihrer Schwangerschaft Anfang der 1960er-Jahre fand die französische Modedesignerin Sonia Rykiel das Kleidungsangebot nur mittelmäßig. Sie nahm die Stricknadeln selbst in die Hand und schuf ein Kleidungsstück, das später zu einer Ikone werden sollte: den bequem sitzenden, figurbetonten poor-boy Sweater.

Le Club

Sonia Rykiel wurde in einem Vorort von Paris geboren und war eine Pariserin durch und durch: selbstbewusst, elegant und eigenwillig. Sie wusste, was sie wollte. Sonia besuchte regelmäßig das Café de Flore, eine Institution im Pariser Stadtteil Saint Germain. Neben Prominenten wie der Schauspielerin Catherine Deneuve, der Sängerin Juliette Gréco und der Journalistin Claire Chazal war sie dort Stammgästin. Zusammen mit ihrer Tochter Stephanie hatte Sonia einen festen Tisch:
jeden Tag, bis 13:30 Uhr. Wer versuchte, sich dazwischen zu drängen, wurde vom Kellner kurzerhand weggeschickt. Seit Jahren steht dort das nach ihr benannte Club Rykiel auf der Mittagskarte, ein einfaches, aber schmackhaftes Sandwich, das ganz nach ihrem Geschmack ist.
Sonias Bestellung basierte auf dem bestehenden Club-Sandwich des Café de Flore, aber sie bat den Koch, das Brot und die Mayonnaise wegzulassen. So entstand das Club Rykiel als leichtere Variante, zubereitet aus den besten Zutaten.

Place du Jeu de Balle

Every morning, Place du Jeu de Balle comes alive with Brussels' oldest flea market. In the heart of the Marollen district, antique dealers, collectors and curious wanderers search for forgotten treasures. Surrounded by vintage stores and second-hand boutiques, it remains one of the city's most authentic corners.

Treasure hunters experience Brussels as one big treasure hunt. The famous, old-fashioned flea market at Vossenplein is one to get up early for. Here every day there’s a chance you will go home with a design gem, literally and figuratively. Vossenplein, called Place du Jeu de Balle in French, refers to the ball games that took place there in the nineteenth century. Continue on to Rue Haute (High Street) and Rue Blaes (Blaes Street), whose high density of retro and second-hand shops turns the De Marollen neighbourhood into a veritable vintage.